Irgendetwas ist immer

„Wenn ich mich erst um diese Sache gekümmert habe, dann kann ich endlich entspannen.“ „Wenn ich mir doch bloß um diesen Menschen keine Gedanken machen müsste, wäre ich so sorgenfrei.“ „Wenn die Klausurenphase vorbei ist, mache ich erstmal nichts und genieße mein Leben.“

Jeder von uns kennt diese Gedanken. Man hat ein Problem, eine Herausforderung, etwas, das gerade schwierig zu meistern scheint oder einem Angst macht. Diese Sache schwirrt einem dann durchgängig im Hinterkopf herum und beeinflusst unsere Stimmung, unsere Laune, häufig sogar unser Selbstwertgefühl. Und wir leben im Grunde nur darauf hin, dass der Tag kommt, an dem das Problem gelöst zu sein scheint.

Zumindest geht es mir so.

Ich habe also diese Sache im Hinterkopf, meinetwegen eine Bewerbung, die ich abschicken muss, ein unangenehmes Gespräch, dem ich mich stellen muss oder warte auf die Antwort einer Nachricht, die ich vor einer gefühlten Ewigkeit abgeschickt habe. Und jedes Mal bin ich überzeugt, dass der Moment, in dem ich die Bewerbung abgeschickt, das Gespräch hinter mir oder eine Antwort erhalten habe, alles von mir abfällt und ich sorglos glücklich sein werden. Nur damit mir dann auffällt, dass ich mich um etwas anderes kümmern muss oder mir plötzlich anfange, über andere Dinge den Kopf zu zerbrechen. Hey, schließlich sind da ja nun wieder freie Kapazitäten. Wieso also nicht darüber nachdenken, ob diese und jene Entscheidung die richtige war, ich zu dick bin oder ob auf der Party am Wochenende wohl von mir unerwünschte Personen aufkreuzen werden.

Beach Club Barcelona

Tatsächlich ist mir diese eigentlich doch recht offensichtliche Einsicht erst kürzlich gekommen. Die Einsicht, dass es den Moment, in dem ich zu 100% zufrieden mit mir selbst und meinen Entscheidungen bin, in denen mich nichts belastet und nichts geregelt werden muss, nicht geben wird.

Und die große Frage: Ist das schlimm?

Schlimm ist aus meiner Sicht nicht, dass es immer wieder Hürden im Leben geben wird. Schlimm ist, dass man – oder besser ich – dadurch häufig vergesse, den Moment zu genießen. Ich kenne Leute, die das durchaus sehr viel besser können, als ich es tue. Aber ich glaube auch, dass es sehr vielen Leuten genauso geht. Denn wenn wir mal ehrlich sind – ist das vermeintliche Problem erst einmal gemeistert, kommt es uns rückblickend manchmal fast schon lächerlich vor.

Diese Eigenschaft ist nicht von heute auf morgen abzulegen. Nicht für mich, nicht für andere. Und es wird immer größere Hürden im Leben geben, die einem zu Recht Angst machen. Aber um diese geht es mir gerade nicht, ich glaube das ist klar.

Ich habe all diese Sprüche von wegen man solle den Moment genießen etc. immer stark belächelt. Ich war stets ein Mensch, der für die Zukunft und aus der Vergangenheit gelebt hat. Jeder Schritt war geplant und Veränderungen haben mir Angst gemacht. Alles sollte so bleiben, wie ich es kannte. Und jede Hürde, die auf dem Weg der sorgfältig geplanten Veränderung lag, hat mich in meinen Träumen verfolgt. Anstatt zu akzeptieren, dass es immer Dinge geben wird, die man so nicht geplant hatte, die einem gerade nicht gefallen… Aber im selben Moment gibt es all die Dinge, die gerade zu perfekt laufen, die mich glücklich machen und für die ich dankbar sein sollte. Und dies sollen diejenigen sein, die uns in unserem Denken, Handeln und Wohlbefinden beeinflussen! 

In diesem Sinne: Cheers to the Weekend! ℒ♥

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